24 September 2009

taktisch "klug" wählen

...ich habe mich neulich ja schon ein bisschen darüber aufgeregt, daß sich offenbar die Meinung durchsetzt, Wählerstimmen für "Sonstige" seien verschenkt und - noch schlimmer - man unterstütze damit dann die ein oder andere Regierungskoalition. Es klingt ja auch alles so logisch: Man will Schwarz-gelb verhindern oder die große Koalition, man muß jenen wählen um diesem eins auszuwischen, man wählt X, weil Y eh keine Chance hat.
Hinter diesen Überlegungen stehen natürlich die schon vor der Wahl von den Parteien angekündigten Koalitionsabsichten, die immer wieder nachbohrenden Medien und die Fülle der Umfragen im Vorfeld der Wahl.
Alles schön und gut, aber schauen wir uns doch mal an, wen man nach all diesen Überlegungen dann taktisch wählen müsste:
Wie gesagt, die "Sonstigen", die keine Chance haben in den Bundestag einzuziehen, fallen alle weg. Eine Stimme für eine dieser Unsinnsparteien ist weggeworfen und verschwendet.
Die Linke braucht man ebensowenig wählen, da sich die SPD gegen eine Koalition ausspricht.
Die Grünen kann man wählen, wenn man an den Weihnachtsmann und/oder eine rot-grüne Mehrheit im Bundestag glaubt. Die Grünen haben sich gegen Jamaika entschieden und rot-rot-grün ist mit der SPD nicht machbar.
Bleibt die SPD. Mit der SPD wählt man dann aus o.a. Gründen eine große Koalition, da die FDP ein Zusammenwirken mit rot-grün ablehnt. Eine Stimme für die SPD ist also eine Stimme für Angela Merkel als Kanzlerin.
Die FDP hat sich auf schwarz-gelb festgelegt. Mit der FDP wählt man einzig die große Koalition ab und Westerwelle zum Außenminister. Schwarz-gelb steht jedoch auch auf wackligen Beinen.
Also CDU, da macht man taktisch nichts falsch. Man wählt die Kanzlerin, ob in eine kleine oder große Koalition.
Da muß ich an Volker Pispers und seinen Auftritt in den Mitternachtsspitzen vom 21.6.2008 denken, bei dem er Umfragen zu Sachthemen den Parteiprogrammen gegenüber stellt: "Zwei drittel der Deutschen wählen eine Partei, die das Gegenteil von dem vertritt, was sie selbst für richtig halten". (z.B. Mindestlohn, Afghanistaneinsatz)
Neulich war wieder die Rede von einer erhöhten Terrorgefahr zur Wahl. Unter Wahlterror verstehe ich inzwischen nicht mehr den 'Wahnsinnigen mit Kofferbombe' sondern den Terror, der dem Wähler vor der Wahl durch taktierende Koalitionsabsichten, Statistiken und Wahlkampfaussagen gemacht wird. Es wird höchste Zeit, daß sich der Wähler diesem albernen Chaos entzieht und sein Kreuzchen wieder bei der Partei macht, deren Programm seine Meinungen und Wünsche abdeckt - schon irre genug, daß weder die sich vermarktenden Parteien noch die Medien daran ein gesteigertes Interesse zu haben scheinen.

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