18 Juli 2011

wer?

Klickstrecken find ich ja super. Klick, klick, viele Bilder, wenig Text, hohe Zugriffszahlen für die Contentanbieter, zwischendurch lustige Werbebanner, Qualitätsbildunterschriften, klick, klick. Ich liebe es. Beim Handelsblatt gab es jetzt eine (unter vielen) zur Fußball-WM, in der die Nationalspielerinnen bewertet wurden. Also so mit Schulnoten für die Spiele und dann eine Gesamtnote irgendwie gemittelt (hab ich jetzt nicht alles nachgerechnet, Mittelwerte find ich da eh quatsch aber das ist ein anderes Thema, damit will ich gar nicht anfangen). Gut, also pro Spielerin eine Note (aus denen irgendwie dann doch das Ausscheiden im Viertelfinale deutlich herauszulesen war, das Handelsblatt hätte bestimmt noch gerne eine Klickstrecke zum Halbfinale, eine zum Finale und ein oder zwei vielleicht als "best of" herausgebracht, wer weiß) und halt eine lustige Bildunterschrift und ein Foto. So auch von Bianca Schmidt.
Oder eben nicht.

Also ich irre mich ja gerne und sehr oft, aber ich glaube, daß auf dem Foto zu Bianca Schmidt überhaupt nicht Bianca Schmidt abgebildet ist sondern Simone Laudehr. (Man kritisiere mich bitte aufs Schärfste, sollte ich mich da mal wieder irren.)
Macht ja nichts. Klick. Klick, klick.

(Bild: Screenshotausschnitt handelsblatt.de)

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08 Juni 2011

fontfail

...ich bin ja kein Designer oder Drucker und habe mit Typografie eigentlich nichts am Hut, aber als ich vorhin die Trikots der Nationalmannschaft für die kommende WM sah, klappte mir doch die Kinnlade runter. Eigentlich sind die Trikots recht schlicht und ganz OK, würden diese nicht durch die Beschriftung total verschandelt. Für die Spielernamen und -nummern hat sich jemand offenbar in der Schriftartenkiste vergriffen und einen Font gewählt, der eher in Richtung ComicSans als in Richtung seriös und/oder schön tendiert. Ich bin ja eigentlich nicht pingelig was Schriftarten angeht, aber das geht nun wirklich nicht.
Lieber DFB, war das jetzt einfach Zufall, schlechter Geschmack oder gehört dieses Trikotdesign zu der Vermarktungsstrategie "Wir machen hier ne super lustige Fußball-WM. Happy, happy, joy! Jetzt sogar mit Frauen! Ne, echt, schmeisste dich weg!". Das kommt jetzt ein bisschen komisch rüber, da die Spiele der Herrenmannschaft immer so aufgeblasen werden, als ginge es um eine todernste, nationale Aufgabe, um das Heil und den Fortbestand der teutschen Kultur und Volksseele. Ist vielleicht nicht so gemeint, kommt manchmal aber so an - und ist ja vielleicht auch nur wieder Teil einer albernen Marketingstrategie... aber ich weiß wirklich nicht ob ihr "Schweinsteiger" oder "Lahm" ausgerechnet in ComicSans auf die Trikots drucken würdet, wenn die Herren eine WM im eigenen Land spielen - korrigiert mich, wenn ich da falsch liege.

Update (26.6.2011): Bei der verwendeten Schriftart handelt es sich wohl nicht um "Comic Sans" sondern um "Action Man". Gut, ich kenne mich wie gesagt mit Fonts nicht aus, aber bin offensichtlich nicht mehr der einzige, dem diese Auswahl ("Action Man"? Hallo?) eher seltsam vorkommt.

Update (27.6.2011): Ich will ja nicht unken, aber knapp drei Wochen nachdem ich hier mein Unverständnis über die Trikotgestaltung breitgetreten habe, kommt "die Presse" in Gestalt von Vera Kämper auf derwesten.de dann auch auf den Trichter, daß die Trikots der Fußballdamen suboptimal beschriftet sind. Der Kommentar von Kämper endet mit dem (wohl) Lagerfeld-Zitat (keine Ahnung, hat der das mal gesagt?) "Das ist doch ein schlechter Witz". Ähnliches ("das ist doch hoffentlich ein schlechter Scherz" Zitat: ich, siehe Bild) dachte ich mir damals ja auch schon.

(Bild: Screenshotausschnitt ardmediathek.de, Tagesschau vom 7.6.2011, 20h, bearbeitet)

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28 Juni 2010

schreit und rebelliert

...vorne rechts auf dem farbenfrohen Stromkasten ein Stencil. Guido Westerwelle hält ein Schild mit der Frage "Warum schreit und rebelliert ihr nicht?". Im Hintergrund ein Autokorso Ecke Zuckerbergstraße/Metzelstraße Richtung Stesemannstraße und Viehmarktkirmes nach dem Achtelfinalspiel Deutschland gegen England.

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18 Juni 2010

Taube. Dach. Kein Haiku.

Deutschland wird Weltmeister, sagt die Presse.

Die Taube sitzt in der Morgensonne auf dem Dach und schaut mir beim Kaffeekochen zu.

Anpfiff ist um halb zwei.

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13 Juni 2010

Praxistest

...nichts gegen Serbien oder Ghana, aber ich werde dieses Spiel wohl hauptsächlich dazu nutzen, den Filter mal in der Praxis zu testen. Inzwischen habe ich den Ton durch meinen Rechner wieder zurück in den Fernseher geschleust. Natürlich gibt es eine minimale Verzögerung, dies fällt aber nur bei den Spielbesprechungen etc. auf, da die Sprache nicht mehr 100%ig lippensynchron ist, für das Spiel selbst ist das furchtbar egal.
Die Vuvuzelas hört man hier jetzt nur noch als Hintergrundrauschen, das sich mit Rufen und Gesängen der Zuschauer vermengt und es ist wahrscheinlich Geschmackssache, ob man den gefilterten oder den originalen Ton bevorzugt. Ich habe auch überhaupt nicht erwartet, die Vuvuzelas irgendwie komplett rausfiltern zu können, das dumpfe Rauschen, das nach dem Filter übrig bleibt, empfinde ich jedoch als angenehmer als das hohe Surren - auch wenn durch die Filter natürlich auch die Tonqualität z.B. des Kommentars leidet.
Mal sehen, wie lautstark sich heute Abend die deutschen und australischen Fans gegen den dröhnenden Dauerlärm durchsetzen können...

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Vuvuzela-Filter!

Nachdem ich gestern verzweifelt und recht vergeblich versucht hatte, die Vuvuzelas aus dem WM-Ton rauszufiltern, bin ich heute bei den Surfpoeten auf die Musterlösung gestoßen (siehe Update im letzten Artikel). Ich hab' in Ardour also mal meine Vuvuzela-Spur mit entsprechenden Bandreject-Filtern ausgestattet und das Ergebnis erstaunte. Jetzt brauchte ich das Ganze nur noch für die Liveübertragungen und unter Ubuntu, deshalb, wie gestern angedeutet, JackRack angeworfen, in QjackCtl das interne Capture mit JackRack verbunden und die Ausgabe von JackJack mit dem internen Playback. Als Filter benutze ich berzeit 4 mal den LADSPA Calf Filter, der u.a. einen 18dB Bandreject mitbringt. Diese Filter stellt man dann auf die Frequenzen 233, 466, 932 und 1864 - und schon sind die Vuvuzelas ganz gut eingedämmt. (Das ganze kann man sich auch anders zusammenbasteln, hauptsache man filtert den Vuvuzela-Grundton und alle Obertöne).

Ich bin noch bei den Feineinstellungen, vielleicht klemme ich noch einen Equilizer dazwischen (hier klingt der Kommentar nämlich noch etwas dumpf), aber: Man hört endlich statt nur der Vuvuzelas auch mal Publikum und Co.

Die Aussage des ZDF, es gäbe beim Ton nur die zwei Möglichkeiten, nämlich 0 und 1, also aus oder an, kann ich inzwischen nicht mehr so ganz nachvollziehen. Es muß ja kein allzu starker Eingriff in den Ton sein, aber eine Möglichkeit, die Vuvuzelas gegenüber den sonstigen Stadiongeräuschen wenigstens ein bisschen abzumildern, ist scheinbar ja doch vorhanden... Oder war das Netz einfach mal wieder schlauer?

Viel Spaß beim Filtern und bei der Feinabstimmung!

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12 Juni 2010

Vuvuzela-Filter?

...ich dachte ja, ich könnte diese nervigen Uweseelers Vuvuzelas zumindest ein bisschen aus den Fußballübertragungen rausfiltern, aber bin mit meinem Vorhaben eher gescheitert. Schaut man sich die Spektralanalyse von einem kommentierten WM-Spiel (weiß) an, und vergleicht, was daran alles allein das Getröte der Vuvuzelas ist (rot), sieht man, daß die Dinger über das ganze Frequenzspektrum quäken. Eigentlich wollte ich mit JackRack und LADSPA-Filtern dafür sorgen, daß die Vuvuzelas sich wenigstens nicht ganz so nervig in den Vordergrund drängen, die Ergebnisse (per try and error) waren aber eher enttäuschend - naja.
Die Holzhammermethode, das Tröten als Rauschen zu definieren und danach mit einem Rauschfilter rauszuschneiden, funktioniert natürlich besser (obwohl sich der Kommentator danach anhört, als würde er durch einen nassen Waschlappen sprechen), aber so eine Rauschunterdrückung ist wahrscheinlich kaum als Filter möglich - oder gibt es so etwas?
Ich gebe aber natürlich gerne zu, daß ich alles andere als vom Fach bin. Wer also Tipps und Hinweise hat, wie man den Ton der WM-Übertragungen erträglicher machen kann, immer her damit...
... aber, ich seh grad, das ZDF bekommt das selbst auch nicht hin: "'Wir können zwar bestimmte Frequenzen herausfiltern, aber kein Frequenzgemenge', sagt Vitino Zoiro, Chef der ZDF-Fernsehtechnik." - na dann stehen die Chancen wohl wirklich eher schlecht.

Update (13.6.): Eine sehr schöne Lösung findet sich bei den Surfpoeten. Das Ergebnis ist überzeugend. Dort hat man herausgefunden, daß die Vuvuzelas bei 233, 466, 932 und 1864Hz liegen (Grundfrequenz Ais und Obertöne) - also so, wie man es auf obigem Bild an den Spitzen des roten Graphen m.E. auch schon ganz gut hätte erkennen können. Der Trick ist nun, diese Frequenzen mit Bandreject-Filtern auszublenden. Wie ichs mir dachte: Der Lösungsweg war nicht ganz falsch, man brauch halt nur jemanden, der sich auskennt.

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10 Juni 2010

Public Viewing

...es geht wieder los. Leute treffen sich auf öffentlichen Plätzen und betrinken sich schauen zusammen Fußball. Da der Ort und die Tatsache dieser Zusammenkünfte irgendwie vermarktungstauglich benannt werden müssen, haben sich (seit 2006) die Begriffe "public viewing area" bzw. "public viewing" eingebürgert. So weit, so egal. Ich kenne eh niemanden, der von sich behauptet, zum "public viewing" zu gehen oder sein Bier in der "public viewing area" zu trinken. Es stört mich aber auch nicht, wenn z.B. jemand eine Liste mit allen Orten, an denen man gemeinschaftlich die WM sehen kann mit "public viewing" überschreibt.
Was mich hingegen schon seit vier Jahren stört ist das Gewitzel bzw. die Klugscheißerei darüber, "public viewing" bezeichne eigentlich die öffentliche Aufbahrung eines Toten. Ich bin kein Anglist und behaupte auch nicht, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, aber werfen wir doch eine Suchmaschine an und schauen mal, wie "public viewing" bei den native speakern tatsächlich verwendet wird:
Da gibt es z.B. eine Werbebroschüre, in der der "Hamble Community Sports Complex" beworben wird mit
The 20m 4 lane swimming pool is the perfect place to swim, the deep end is 1.97m and the shallow end 1.2m. A fully qualified RLSS Pool Lifeguard is on duty at all times. There is a public viewing area with vending machine facilities.
Igitt! Leichen liegen da neben dem Schwimmbad rum? Zwischen den Münzautomaten?
Auf dem "Telford & Wrekin Council Watch" findet man in einem Forumsthread zu einer Baustelle dann
A public viewing platform has now been set up at the side of the site to enable members of the public to go and watch the scheme progress themselves.
Was sollen sich die members of public da anschauen? Verstorbene auf oder von einer Plattform aus? Oder vielleicht doch die Baustelle selbst? Aber nicht nur Baufortschritte können public geviewt werden, sondern auch Pläne und Bekanntmachungen liegen öffentlich aus:
Public Viewing of Planning Data [...]
Allowing you to view recent planning applications, the local plan, appeals and decision registers and agendas and minutes of our planning & development team.
Und neben Schwimmbädern, Baustellen, Leichen und öffentlichen Bekanntmachungen kann man sich auch Sterne angucken (so jedenfalls die BBC zum Thema "New telescope open to public"):
They organise public viewing sessions as part of the society's aim to help educate the public in the science of astronomy.
Im englischsprachigen Raum kann man sich also beim "public viewing" eine ganze Menge ansehen und (da stimme ich Anatol Stefanowitsch voll und ganz zu) es ist halt einfach "ein Lehnwort, das im Deutschen eine engere Bedeutungsspanne hat, als im Englischen". Nur, weil es im Englischen auch eine Aufbahrung bezeichnen kann, muß ich mir diese Tatsache verpackt in eine Spachnörgelei, als Kampfthese für den Verfall der deutschen Sprache oder als Beleg für die Uninformiertheit und die mangelnden Fremdsprachenkenntnisse der Lehnwortbenutzer jetzt alle zwei Jahre immer und immer wieder unter die Nase schmieren lassen?
Nein, es nervt. Lasst es sein, es nervt wirklich. Das Ding mit der Aufbahrung ist etwas für Radiomoderatoren, die im Sommerloch noch einen blöden Witz am Rande brauchen, für Küchenpartygespräche, bei denen als Langeweile uninteressante Halbwahrheiten verbreitet werden. Hey, der Daumen ist gar kein Finger, Eisbären fressen keine Pinguine, bla.
Also nichts gegen Geschwätz, aber die Sache mit der Aufbahrung (eine Leichenschau ist btw. wieder etwas anderes) - ich bitte Euch! So, genug genörgelt.
Viel Spaß bei der WM und beim Public Viewing (z.B. in Trier).

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07 Juni 2010

Schöne Grüße vom Dach (reloaded)

...gestern blieb die Glotze aus. Es gab nicht nur mal wieder eh nichts zu sehen, nein, es gab überhaupt nichts zu sehen. Das lustige Unwetter, das gestern Nachmittag über das Land zog hat meinem Satellitenempfang den Rest gegeben. Das eh schon mit Dropouts übersättigte Fernsehbild hatte sich in ein einziges Rauschen verwandelt. Zuerst dachte ich, der Sturm hätte vielleicht die Schüssel vom Dach gerissen, dem war aber nicht so. Jegliches Hin- und Herbiegen und verzweifeltes Ausrichten führte nur zum schlechten Empfang von Pro7 und 3Sat. Das hätte mir zwar die Simpsons gerettet, aber für die Fußball-WM wäre eine so eingeschränkte Programmwahl inakzeptabel gewesen. Offensichtlich hatte das LNB (B) im Starkregen seinen Geist aufgegeben. Die Marschrichtung stand also fest: Schnell das Ersatz-LNB ausgemottet und angebracht (A). Da sich die billige LNB-Halterung aus Plastik schon vor Jahren der Witterung ergeben hatte, kamen hierzu Draht und Ducttape (was auch sonst?) zum Einsatz (D).Das Ausrichten einer Schüssel kann nervig sein. Man braucht schlimmstenfalls einen Handlanger, der mit Funktelefon oder CB-Funk vor dem Fernseher sitzt und ständig sowas wie "ja, nein, besser, nu is wieder weg, ja, jetzt ja, bisschen, weg, moment, ja" ruft, oder (besser) selbst einen Bildgeber auf dem Dach. In Ermangelung eines tragbaren Fernsehers und Receivers und/oder Stromanschluß tut es aber auch ein Klapprechner (C). Einfach den Receiver an den Rechner gestöpselt, Router mit WLAN angeschmissen, und das Fernsehbild mit xampp oder skype übertragen. Schon kann man auf dem Dach in aller Ruhe die Schüssel so ausrichten, daß Bild und Ton stimmen.

Das Ende vom Lied: Juhu, ich habe wieder Fernsehempfang, die WM kann kommen! (Aber bitte nicht nochmal so ein Sommergewitter, daß mir meine empfindliche Anlage zerlegt)

(Nachtrag: ich wusste doch, daß ich Ähnliches schon einmal geschrieben hatte - naja, in 2,5 Jahren gibt es dann vermutlich den nächsten Satellitenschüssel-Artikel... Interessante Erkenntnis nebenbei: Im Sommer schraubt es sich draußen viel angenehmer als im Winter.)

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25 April 2010

keine Rechtsextremen

Über Fußballspiele der Bezirksklasse wird natürlich nicht überregional berichtet. Eigentlich sollte ich also gar keine Kenntnis davon haben, wie das Spiel SV Mügeln-Ablaß gegen Roter Stern Leipzig verlaufen ist... Moment mal. "Mügeln"? War da nicht was? "Mügeln"? Ach ja, das war doch der Ort in dem zwar unter "Ausländer raus"-Rufen Inder verprügelt und quer durch die Stadt gejagt wurden, deren Bürgermeister sich dann aber vor die Kameras stellte und behauptete, es gebe in seinem Ort keine Rechtsextremen. Der ganze Vorfall war natürlich nur ein Lausbubenstreich, eine kleine Eskalation am Rande eines Volksfestes. Sicher. Ganz klar.
Zurück zum Fußball, zurück zur Begegnung Mügeln gegen Leipzig, die vorzeitig abgebrochen werden musste. Die Stellungnahme von Roter Stern Leipzig zu dem Spielabbruch wirkt mehr als befremdlich:
Grund [für den Spielabbruch] waren andauernde antisemitische Schmähungen seitens der Mügelner Anhänger_innen. Seit Spielbeginn riefen diese Parolen wie „Ein Baum, ein Strick, ein Judengenick“ und „Eine U-Bahn bauen wir, von Jerusalem bis nach Auschwitz“. Daneben gab es auch homophobe und nazistische Äußerungen: „Schwule, Schwule, Schwule“, „Scheiß Schwuchteln“, „Zecken vergasen“ und „Frei, Sozial und National“.
Das mag man doch kaum glauben. Solche Äußerungen im mügelner Stadion? Wahrscheinlich waren das alles Angereiste. Mügelner waren es es wohl kaum, denn wir wissen ja: In Mügeln gibt es keine Rechtsextremen. Die gab es vor drei Jahren nicht, die gibt es heute nicht und die wird es auch in Zukunft nicht geben.

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03 April 2010

Duschradio

...ich hab ja im Bad keine Lautsprecher und ja, das ist oft eher unvorteilhaft. Auch ganz schlecht, daß ich die WDR2-Bundesligakonferenz nur per Sat bekomme. Eine schnelle und pragmatische Lösung musste her: Das eine Funktelefon vor den Lautsprecher, das andere in eine Plastiktüte, Konferenzschaltung, fertig, klappt.

(Ich notier mir das hier nur kurz, damit ich, wenns mal wieder brennt, nicht wieder auf die grandiose Idee komme, einfach die Lautstärke so hochzudrehen, daß die Spielergebnisse noch weit bis hinter der Porta zu hören sind. Ich hoffe, meine Nachbarn wissen das zu schätzen.)

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18 Dezember 2009

ach so...

Endlich schien eine plausible Erklärung für die doch teils kuriosen Presseerklärungen des Vereinspräsidenten in den letzten Wochen gefunden zu sein.

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23 Mai 2009

Fortuna Düsseldorf

...siegt (wie gefordert) heute mit 1:0 gegen Werder Bremen II und spielt damit endlich mal wieder in einer Liga, die den Zuschauerzahlen im Stadion angemessen ist. Nach - zugegeben - langem Zittern (Bremen hätte die Fortuna mit nur einem Tor wieder von dem Aufstiegsplatz treten können) endlich der Abpfiff, der den über 50.000 Fans das Zeichen zum vollständigen Planieren der LTU-Arena gibt (anbei ein Symbolbild). Der neue Rasen ist wahrscheinlich eh schon länger bestellt.
Nie mehr dritte Liga! Olé Olé!

(Update: Videobeweis aus der zweiten Reihe inkl. 'Fortuna ist Weltmeister'-Rufe beim Popkulturjunkie)

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29 Juni 2008

so wie einst...

...ich kann es mir dann doch nicht verkneifen:
EM 1988
Freitag, 17. Juni
Olympiastadion München
Finalrunde Gruppe 1
Deutschland - Spanien
30. Minute: Völler - 1:0
51. Minute: Völler - 2:0
Danke - Bitte.

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15 Juni 2008

Nationalmannschaftsbundesligaspieler

Da nun schon die dritten EM-Vorrundenspiele anstehen, fragte ich mich, wie viele Protagonisten dieses Wettbewerbs uns wohl aus den deutschen Ligen bekannt sein müssten. Ich kam auf 57 Spieler (von insgesamt 368, also immerhin eine Quote von 15%), von denen die meisten natürlich für die deutsche Nationalelf auflaufen (19). Der ein oder andere hat bei deren Nominierung evtl. den Eindruck gewonnen, daß hier ein gutes Stück Vereinspolitik mit im Spiel ist, da die Anzahl der Spieler je Verein evtl. mit dessen Platzierung in der Bundesliga übereinzustimmt. Eine Korrelation (wenn überhaupt) ohne kausalen Zusammenhang, würde ich sagen - es wäre auch seltsam, spielten hauptsächlich Zweitligaspieler in der Elf:
Marcell Jansen - Bayern München
Miroslav Klose - Bayern München
Philipp Lahm - Bayern München
Lukas Podolski - Bayern München
Bastian Schweinsteiger - Bayern München
Tim Borowski - Werder Bremen
Torsten Frings - Werder Bremen
Clemens Fritz - Werder Bremen
Per Mertesacker - Werder Bremen
Kevin Kuranyi - FC Schalke 04
Heiko Westermann - FC Schalke 04
Mario Gomez - VfB Stuttgart
Thomas Hitzlsperger - VfB Stuttgart
René Adler - Bayer Leverkusen
Simon Rolfes - Bayer Leverkusen
Piotr Trochowski - Hamburger SV
Robert Enke - Hannover 96
Arne Friedrich - Hertha BSC
Oliver Neuville - Bor. M'gladbach


Für die Schweizer lief die Vorrunde leider eher suboptimal:
Tranquillo Barnetta - Bayer Leverkusen
Diego Benaglio - VfL Wolfsburg
Philipp Degen - Borussia Dortmund
Alexander Frei - Borussia Dortmund
Ludovic Magnin - VfB Stuttgart
Christoph Spycher - Eintracht Frankfurt


Die Kroaten dürfen gerne auch noch das dritte Vorrundenspiel gewinnen:
Ivan Klasnic - Werder Bremen
Robert Kovac - Borussia Dortmund
Ivica Olic - Hamburger SV
Mladen Petric - Borussia Dortmund
Ivan Rakitic - FC Schalke 04
Josip Simunic - Hertha BSC


Die Tschechen dürfen sich noch Hoffnungen auf das Viertelfinale machen:
Jaromir Blazek - 1. FC Nürnberg
Martin Fenin - Eintracht Frankfurt
Tomas Galásek - 1. FC Nürnberg
David Jarolim - Hamburger SV
Jan Koller - 1. FC Nürnberg
Rudolf Skacel - Hertha BSC


Für die Griechen wäre die Meisterschaft mit ihren jetzigen Vereinen wohl ähnlich unerreichbar wie die KO-Runde der EM:
Ioannis Amanatidis - Eintracht Frankfurt
Angelos Charisteas - 1. FC Nürnberg
Theofanis Gekas - Bayer Leverkusen
Sotirios Kyrgiakos - Eintracht Frankfurt


Der HSV Die Niederländer sind schon weiter:
Nigel de Jong - Hamburger SV
Joris Mathijsen - Hamburger SV
Rafael van der Vaart - Hamburger SV


Portugal auch:
Hugo Almeida - Werder Bremen
Fernando Meira - VfB Stuttgart


Den Polen würde ein Sieg gegen Kroatien allein nicht reichen:
Jacek Krzynowek - VfL Wolfsburg
Lukasz Piszczek - Hertha BSC


Frankreich hofft wohl - neben dem eigenen - auf einen weiteren Sieg der Holländer:
Franck Ribéry - Bayern München
Willy Sagnol - Bayern München


Ebenso wie Italien:
Luca Toni - Bayern München

Die Türken müssten einfach nur die Tschechen schlagen - und wenn es auch zum Elfmeterschießen kommt:
Hamit Altintop - Bayern München

Der Wortschatz der Österreicher verengt sich inzwischen auf den Namen einer Stadt in Argentinien:
Martin Harnik - Werder Bremen

Wenn die Rumänen das Wunder vollbringen, die (eine der?) bislang beste(n) Mannschaft(n) dieses Turniers zu besiegen, kann ihnen keiner mehr den Einzug in die nächste Runde nehmen:
Ciprian Marica - VfB Stuttgart

Die Schweden sollten auch besser gewinnen:
Markus Rosenberg - Werder Bremen

Und die Russen müssen, da sie bei einem Unentschieden wegen der schlechteren Tordifferenz nach Hause fahren (oder?):
Ivan Saenko - 1. FC Nürnberg

So, ich hoffe, ich habe niemanden vergessen.

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12 Juni 2008

Monsunwelle

...wer bisher noch gehofft hatte, die diesjährige 'Schafskälte' würde zur Abwechslung mal ausfallen (Wahrscheinlichkeit knapp über 10%), konnte sich anhand der Temperaturen der letzten Tage und spätestens bei der Wasserballbegegnung Schweiz vs. Türkei gestern Abend selbst davon überzeugen, daß sowohl an dem lateinischen Spruch "spes semper fallit" als auch an der überzeugenden Regelmäßigkeit dieser Wettererscheinung etwas dran sein muß: Nu isser wieder da, der kleine Monsun, der jahrjährlich so um den 11. Juni über Europa zieht. Kurzgefasst erklärt (in etwa so): Das Festland hat sich schneller erwärmt als das Meer, die warme Luft steigt über dem Land auf, die kalte sinkt über dem Meer ab. Der Druckunterschied (H-T) sorgt dann dafür, daß die kalte Luft vom Meer über das Festland zieht und hier für Kälte und Regen sorgt.
Da haben wir also dann den Salat: Steht für Deutschland ein Länderspiel um den 11. Juni an, lohnt es sich evtl., neben Mallorca auch auf den Färöer-Inseln ein Traininglager aufzuschlagen.

Nachtrag: OK, in Klagenfurt scheint es eher schwülwarm als schafskalt zu sein - würde das Spiel jedoch in den regnerisch-kalten Mittelgebirgen ausgetragen, könnte es kaum schlechter laufen.

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08 Juni 2008

OpenLigaDB

...vor zwei Jahren hatte ich zur WM noch vergeblich genau sowas gesucht: Einen Webservice, der mir die aktuellen Spielergebnisse liefert. Natürlich gab es tausende Liveticker im Netz, aber einen Dienst, von dem man die Daten ordentlich abfragen konnte, hatte ich nicht gefunden (oder es gab halt keinen). Deshalb lief hier damals zu jedem Spiel ein eigener kleiner Rechner, von dem ich die Spielstände abfragen konnte - der Stromzähler lief natürlich ständig mit. Inzwischen sind knapp zwei Jahre ins Land gegangen und nun gibt es endlich einen offenen Dienst mit den Daten, die ich brauche: OpenLigaDB (Liga-Kürzel 'fem08' für die EM-Daten). Klappt auch (noch?) super soweit.
In diesem Sinne herzlichen Dank an den Betreiber und die fleißigen Dateneinpfleger!

(Bild: Ausschnitt aus der formatierten Ausgabe der OpenLigaDB-Daten von der EM08)

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31 Mai 2008

Klasse halten

...und die Binsenweisheit des Tages: Wenn man aufsteigen will, muß man selber die Punkte machen.

Erfurt - Fortuna Düsseldorf 0:4
Union Berlin - Oberhausen 0:3



(Foto: 'zurück zum glück' von surfguard auf flickr.com unter CC-Lizenz)

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19 April 2008

Pokal

21:53: ...Junge, Junge, da gehse doch bekloppt!
22:08: ja isset denn? ja ne, is klaa...
22:15: Jakub, Jakub, Jakub... ne, ne, ne, ne, ne...
22:28: ja leck mich doch anne Socken! War ja mal wieder klar.

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14 Februar 2008

Wortneuschöpfung

...Torpfostenabseits, das; -, - (Sportspr.); Adverb: torpfostenabseits stehen: Ein Fußballspieler steht torpfostenabseits, wenn er im Abseits steht und den Ball nicht ins Tor, sondern an den Pfosten donnert; 'Torpfostenabseits!' auch: schreckhafter Ausruf eines überforderten Sportmoderators, der die Spielsituation falsch einschätzt und sich dessen spontan bewusst wird.
...und Aberdeen ist ja praktisch so wie der Wuppertaler SV. Na, dann hat Bayern heute eben gegen den Wuppertaler SV nur unentschieden gespielt.
Was war noch? Ach ja: Der Valentinstag scheint für die Veranstalter hierzuland nicht als Partythema zu taugen, das Rauchverbot (ab NULL Uhr) jedoch schon. Heute ab 22h in einer Kneipe nebenan: Die "Viel Rauch um nichts-Party". Alternative Benennungsvorschläge: "Rauchlos glücklich-Party", "Es ist noch kein Raucher vom Barhocker gefallen-Party", "Wer G-A-uloisses raucht, muß auch Marl-B-oro rauchen-Party", "Wo Rauch ist, ist auch Bier-Party", "Schall und Rauch-Party", "Das Ende der Glimmstange-Party", "Das Rauchen hat ein Ende und die Wurst hat zwei-Party", "Wer lange raucht, hört endlich auf-Party"... Hilfe, ich bin in einer Endlosschleife gefangen!

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